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Wozu Notizen?

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Konsek

Im zweiten Teil ihres Buches, Konsekutivdolmetschen und Notation, (2002, Peter Lang), bietet Doerte Andres dem Leser an, die bisher wahrscheinlich gruendlichste und systematischste Analyse der Notizentechnik beim Konsekutivdolmetschen. Ihre Schlussfolgerung sind hier wiedergegeben.

In the second part of her book, Doerte Andres describes a study in which 14 students and 14 professional interpreters were asked to interpret the same speech, Jacques Chirac's New Year address 1996/7 (Part 1, Part 2), consecutively. Each was filmed taking notes and giving back the speech and Andres has painstakingly noted the exact second at which each element was spoken in the original, appeared in the note-pad, and also was spoken by the interpreter. Large sections of the notes are also recreated in printed and thus legible form for the purposes of the analyses she them makes. Much has been written about consecutive, but we interpreters tend to say what we think rather than what we see and herein lies the beauty of this large empirical study. We can see what really goes on.

For TEACHERS and interpreting researchers this body of work is the single most valuable resource available for the analysis of consecutive notes and the problems they pose. And it is available, albeit in its rawest form, at the following web address.

http://www.uni-mainz.de/~andres/Notizen.html

For STUDENTS it represents an excellent opportunity to see that other students have the same problems in consecutive, and why they have them. There is also the invaluable possibility of seeing how professionals solve the same problems.

Hopefully you will also find that many solutions to these problems can be found on the ITR web-site.


Konsekutivdolmetschen und Notation. Doerte Andres, Peter Lang 2002.


3.4. Notation

Die in dieser Untersuchung enthaltenen Daten lassen den Schluß zu, daß der Notation eine andere Bedeutung und Funktion zukommt, als in zahlreichen Publikationen bisher angenommen. Es geht bei der Notation nämlich letztendlich nicht um Fragen wie zielsprachliches oder ausgangssprachliches Notieren, um die Anzahl von Symbolen oder um den zeitlichen Abstand zwischen Informationsrezeption und Notation. Uns geht vielmehr darum, zu vermitteln, daß

1. ein deutlich geschriebenes Notationssystem mit festen Abkürzungsregeln und einem eindeutigen Stamm an Symbolen Zeitersparnis bewirkt, die für andere Operationen genutzt werden kann;

2. Verben und Tempusangaben fuer die Rekonstruktion des Gesagten ein wesentlicher Faktor sind;

3. Informationsgewichtung und -strukturierung in den Notizen die Verstehensoperationen intensivieren und die Textproduktion erleichtern;

4. Segmentierung und räumliche Anordnung in den Notizen das Zuordnen erleichtern und die Sprachproduktion positiv beeinflussen;

5. die Notation von Verknüpfungsmitteln ein wesentliches Element für die Herstellung von Kohäsion ist;

6. das Decalage in Abhängigkeit vom Faktor Verstehen Schwankungen unterworfen ist und sein darf,

7. jede Person das für sie individuelle Decalage herausfinden muß;

8. ein anhaltendes Decalage von mehr als 7 Sekunden zu Defiziten im Verstehens- oder im Notationsprozess führt,

9. diskontinuierliches Notieren zur Informationsstrukturierung oder - ver-vollständigung hilfreich sein kann;

10. rhetorische Merkmale in der Textproduktion leichter ücksichtigt werden, wenn diese in den Notizen markiert sind;

11. Defizite im Verstehensprozess und in den Notizen sich bei den Studierenden in der Präsentation widerspiegeln.

Diesen Schlußfolgerungen soll eine weitere Beobachtung hinzugefügt werden: In der Gruppe der Studierenden wurde in den Transkripten auch die Ausbildungsstätte vermerkt. Dies geschah in der Ueberlegung, ob sich Notationsschulen in den Notizen widerspielgen oder ob die Studierenden, losgelöst von der Notationsdiktion der jeweiligen Institute, ihre eigenen individuellen Notationstechniken entwickeln. Die Untersuchungen haben eindeutig gezeigt, daß die Studierenden das aufgreifen und eventuell weiterentwickeln, was ihnen an Notationsformen in den Instituten angeboten wird. Es bildet die Grundlage, auf der sie aufbauen und die sie als Professionelle beibehalten.

Die Studierenden der Universität Heidelberg arbeiten mehr als die übrigen Studierenden mit Symbolen, d.h. der Notation nach Matyssek (Matyssek 1989): sprachunabhängige Symbole, Buchstabensymbole, Tempusmarkierungen. Die wenigsten Symbole, viele ausgeschriebene Wörter und Abkürzungen in Form von Wortanfängen sind bei den Studierenden der Universität Saarbrücken zu finden. Die Studierenden der Universität Mainz/Germersheim benutzen ein Mischsystem der verschiedensten Notationsweisen: Matyssek, Rozan, Herbert, d.h. eine Mischung aus einigen Symbolen, ausgeschriebenen Wörtern, Wortanfängen und Abkürzungen.

Diese Beobachtungen machen insgesamt deutlich, wie wichtig und hilfreich für die Studierenden eine intensive Auseinandersetzung mit der Notation ist, wie wichtig ein trainiertes, verläßliches, effizientes Notationssystem als eine Teiloperation ist, die den Verstehensprozeß stützt und intensiviert und damit entscheidenden Einfluß auf die Qualität der zielsprachlichen Umsetzung nimmt.

Die Rede finden Sie unter folgenden 2 Links (Teil 1, Teil 2).


  

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